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Val d'Orcia: Immobilien kaufen im UNESCO-Welterbe (2026)

Blog · Regionen

06. Mai 2026 · 14 Min. Lesezeit · Andrej Avi

Val d’Orcia: Immobilien kaufen im UNESCO-Welterbe (2026)

Seit 2004 steht die Val d’Orcia auf der UNESCO-Welterbeliste: Zypressen-Alleen, Lehmhügel, einzeln stehende Poderi im goldenen Licht. Was das für den Immobilienmarkt bedeutet, sieht man an zwei Zahlen: die Nachfrage in H1 2025 lag 25 % über dem Vorjahr. Gleichzeitig wird kein einziges neues Haus gebaut. Der UNESCO-Schutz verhindert das.

Die Val d’Orcia liegt südlich von Siena, fünf Gemeinden, 20 bis 40 % günstiger als das Chianti. Ein Markt der sich langsam nach oben bewegt, ohne die Ausschläge anderer Regionen.

Was kostet ein Casale in der Val d’Orcia?

Ein renoviertes Casale mit Pool in Panoramalage: 1,2 bis 2,5 Millionen Euro, das sind 5.000 bis 7.500 EUR/m² in Premium-Lagen (Pienza-Nähe, Blick auf die Crete Senesi oder den Monte Amiata). In durchschnittlichen Lagen liegt der m²-Preis bei 3.000 bis 4.500 EUR/m², deutlich unter dem Chianti-Niveau.

Unrenovierte Casali kosten 300.000 bis 700.000 Euro für 500 bis 800 m². Die Renovierung liegt bei 1.500 bis 2.500 EUR/m². Eine Rechnung: ein unrenoviertes Casale mit 500 m² für 400.000 Euro plus Renovierung ergibt ein Gesamtbudget von 1,15 bis 1,65 Millionen. Das liegt unter dem Preis eines vergleichbaren renovierten Casale, aber man braucht 12 bis 24 Monate und einen Architekten der die Soprintendenza-Prozesse kennt.

Zum Vergleich: im Chianti Classico liegen renovierte Casali bei 3.500 bis 5.500 EUR/m². In der Val d’Orcia zahlt man für vergleichbare Objekte 20 bis 40 % weniger, bei einer Landschaft die denselben Schutzstatus hat.

Die Verhandlungsspanne liegt bei 10 bis 18 %. Objekte die seit über 12 Monaten am Markt stehen, gehen mit 20 bis 25 % Abschlag weg. Im Winter (November bis Februar) stehen die Chancen besser als im Sommer.

Wer kauft in der Val d’Orcia?

Käufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen seit den 1990ern in die Val d’Orcia. Typisch: Zweitwohnsitz, Budget zwischen 500.000 und 2 Millionen, Casale mit Pool. Schweizer Käufer entscheiden konservativer und fordern mehr Dokumentation vor der ersten Besichtigung.

US-Käufer wachsen seit 2022 stark. Motivation: italienische Wurzeln, Dollarkurs, Remote Work. Budgets liegen bei 1,5 bis 3 Millionen. 25 % aller internationalen Anfragen in Italien kommen aus den USA.

UK-Käufer sind seit Jahrzehnten in der Toskana. Nach dem Brexit brauchen sie ein Visum für Aufenthalte über 90 Tage, was die Zweitwohnsitz-Nutzung einschränkt.

Italienische Käufer aus Mailand und Rom kaufen Agriturismo-Projekte oder Tenute als Investment. Der Anteil ist kleiner als bei internationalen Käufern, aber stabil.

Aktuelle Marktentwicklungen in der Val d’Orcia

Zwei Entwicklungen fallen aktuell auf.

Erstens: Die Nachfrage steigt schneller als die Preise. Anfragen +25 % in H1 2025, aber die Preise bewegen sich nur 3 bis 5 % nach oben. Das liegt daran, dass der Bestand groß genug ist, um die Nachfrage aufzufangen. Anders als im Chianti, wo der Markt enger ist. Aber: die Zahl der renovierten Casali in Panoramalage ist endlich. In diesem Segment steigen die Preise schneller.

Zweitens: Montalcino profitiert vom Brunello. Die internationale Bekanntheit des Weins zieht Käufer an, die vorher nie an die Val d’Orcia gedacht haben. Die Preise in Montalcino liegen unter Pienza (~2.347 vs. ~2.982 EUR/m²), aber das Weinland drumherum ist teuer: ein Hektar Brunello-DOCG-Weinberg kostet 750.000 bis 1.000.000 Euro. Wer eine Tenuta mit Brunello-Rechten kauft, kauft ein Unternehmen.

Zum Gesamtbild: die Val d’Orcia wächst gleichmäßiger als andere toskanische Zonen. Die Anfragen steigen (+25 % H1 2025), aber die Preise bewegen sich moderat (+3 bis 5 %). Das liegt am größeren Bestand. Anders als im Chianti, wo renovierte Casali knapp sind, gibt es in der Val d’Orcia noch unrenovierte Casali unter 500.000 Euro. Das Fenster schließt sich langsam, besonders in den Gemeinden mit guter Infrastruktur (Pienza, Montalcino, San Quirico).

Die Gemeinden und ihre Preise

Die Unterschiede innerhalb der Val d’Orcia sind groß: Faktor 2,5 zwischen Radicofani und Bagno Vignoni.

Preise nach Gemeinde in der Val d'Orcia (2026)
Gemeinde / OrtsteilEUR/m² (Durchschnitt)Charakter
Pienza~2.982UNESCO-Kernort, Pecorino, Tourismus, kompakte Altstadt
Bagno Vignoni (San Quirico)3.000-3.800Thermalquellen, sehr begrenztes Angebot, Nischenmarkt
Montalcino~2.347Brunello-Prestige, Weinbau, stabile internationale Nachfrage
San Quirico d'Orcia1.474-3.739Breites Spektrum, Bagno Vignoni treibt die Obergrenze
Castiglione d'Orcia~1.800Ruhiger, weniger Tourismus, gute Einstiegspreise
Radicofani~1.468Am abgelegensten, am günstigsten, Festungsdorf auf 780 m

Pienza (2.100 Einwohner) ist der bekannteste Ort der Zone. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Kern, der Pecorino di Pienza hat internationale Bekanntheit. Infrastruktur für ein Dorf dieser Größe gut: Restaurants, Weinhandlungen, Lebensmittelladen, Apotheke. Montepulciano mit kleinem Krankenhaus liegt 15 Minuten entfernt. Die Preise in und um Pienza liegen am oberen Ende, mit wenig Verhandlungsspielraum bei Altstadt-Nähe und Blick.

Montalcino (5.000 Einwohner) lebt vom Brunello. Der Wein hat den Ort auf die Karte internationaler Käufer gesetzt, besonders bei US-Amerikanern und Schweizern. Die Wohnimmobilienpreise liegen unter Pienza, weil der Ort weniger touristisch geprägt ist und die Infrastruktur dünner. Was den Preis hier treibt, ist Land: ein Hektar DOCG-Weinberg kostet 750.000 bis 1.000.000 EUR und wird separat bewertet. Das Konsortium regelt Anbauflächen, Reifung und Volumina pro Hektar. Wer eine Tenuta mit Brunello-Rechten kauft, kauft gleichzeitig eine Marke. Zwei Supermärkte, Apotheke, Ärzte, Grundschule. Die Fortezza ist der Mittelpunkt des Ortes: Weinkeller, Veranstaltungen, Panoramaterrasse.

San Quirico d’Orcia (2.800 Einwohner) hat die größte Preisspanne aller Gemeinden (1.474 bis 3.739 EUR/m²). Der Grund heißt Bagno Vignoni: der Ortsteil mit dem mittelalterlichen Thermalbecken auf dem Dorfplatz ist ein Nischenmarkt, in dem Preise 100 bis 150 % über dem Rest von San Quirico liegen. Weniger als 20 Objekte pro Jahr kommen in Bagno Vignoni auf den Markt. Ohne Bagno Vignoni starten die Einstiegspreise bei ~1.500 EUR/m². Der Ort selbst hat Lebensmittelladen, Bar, Apotheke.

Castiglione d’Orcia (2.200 Einwohner) liegt abseits der Touristenrouten. Weniger Restaurants, weniger Besucher, aber gute Einstiegspreise (~1.800 EUR/m²). Das Gemeindegebiet ist groß, die Poderi liegen verstreut in der Landschaft. Für Käufer die absolute Ruhe suchen und 25 Minuten Fahrt nach Montalcino oder Pienza akzeptieren, bietet Castiglione das beste Verhältnis zwischen Landschaft und Preis nach Radicofani. Der Ortsteil Campiglia d’Orcia hat einen eigenen Charakter: mittelalterliches Dorf auf einem Hügel, 300 Einwohner, zwei Restaurants, Blick auf den Monte Amiata.

Radicofani (1.100 Einwohner) ist der südlichste und günstigste Punkt der Val d’Orcia. 780 Meter Höhe, die Festung sichtbar aus 30 km Entfernung. Wer absolute Ruhe sucht und bereit ist, 30 Minuten zum nächsten größeren Ort zu fahren, findet hier das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der gesamten südlichen Toskana. Ein Lebensmittelladen, eine Bar, sonst Siena oder Chiusi für alles Weitere.

Die Feinheiten innerhalb der Gemeinden, welche Ortsteile gerade aufholen und wo noch Preislücken existieren, bespreche ich am besten direkt. Schreiben Sie mir.

Entfernungen

Fahrzeiten ab den Val d'Orcia-Gemeinden (in Minuten, Auto)
VonSienaFlorenzFlughafen FLRChiusi Bhf.Autobahn A1Krankenhaus
Pienza551101153030 (Chiusi)15 (Montepulciano)
Montalcino45100105404020 (Montepulciano)
San Quirico50105110353520 (Montepulciano)
Bagno Vignoni55110115353525 (Montepulciano)
Castiglione d'O.60115120353530 (Montepulciano)
Radicofani701301352525 (Chiusi)35 (Montepulciano)

Für Käufer aus dem deutschsprachigen Raum: Innsbruck nach Pienza sind ca. 6,5 Stunden über den Brenner. München 7,5 Stunden. Der Hochgeschwindigkeitszug (Frecciarossa) fährt von Bologna oder Rom nach Chiusi-Chianciano Terme, von dort 25 bis 40 Minuten per Auto. Flughafen Florenz: 100 bis 120 Minuten. Flughafen Perugia: 60 bis 90 Minuten. Ohne Auto ist die Val d’Orcia nicht erreichbar. Ein Mietwagen gehört zur Grundausstattung.

Viele meiner Kunden fahren mit dem Auto und nutzen das Haus als verlängertes Wochenende oder verbinden es mit 2 bis 3 Wochen Aufenthalt im Sommer.

Alltag in der Val d’Orcia

Einkaufen. In Montalcino und San Quirico gibt es kleine Supermärkte (Coop). In Pienza, Castiglione und Radicofani sind es Lebensmittelladen. Für größere Einkäufe fahren die meisten nach Chiusi (25-40 Min.) oder Siena (45-70 Min.). Die Wochenmärkte sind kleiner als im Chianti, aber in Pienza (Freitag), Montalcino (Freitag) und San Quirico (Dienstag) bekommt man frisches Gemüse, Käse und Olivenöl direkt von den Produzenten.

Essen. Die Val d’Orcia hat weniger Restaurants als das Chianti, aber die Qualität ist stabil. Eine einfaches Restaurant mit Pici (lokale Pasta), Cinta Senese und Hauswein kostet 25 bis 45 Euro pro Person. Gehobene Küche 60 bis 100 Euro. In Montalcino dreht sich alles um Brunello: die Weinhandlungen bieten Verkostungen, die Weingüter öffnen ihre Keller. Im Winter schließen einige Restaurants für 2 bis 4 Monate. Pienza und Montalcino bleiben ganzjährig belebt, Radicofani und Castiglione werden im Winter ruhig.

Klima. Sommer: 28 bis 34°C, trocken. Winter: 0 bis 6°C, Radicofani auf 780 m kann Frost und gelegentlich Schnee haben. Die Heizperiode läuft November bis März. Ein Casale mit Klasse F oder G kostet 4.000 bis 6.000 Euro Heizung pro Winter (Pellet oder GPL). Die EPBD (EU-Gebäuderichtlinie) wird ab 2030/2033 Mindeststandards vorschreiben. Der Aufschlag für gute Energieklassen steigt.

Sprache. Im ländlichen Teil der Val d’Orcia ist Italienisch die einzige Alltagssprache. In den Restaurants und Hotels von Pienza und Montalcino wird Englisch gesprochen. Bei Handwerkern, im Gemeinde, beim Arzt: Italienisch. Wer dauerhaft hier lebt, lernt Italienisch. Wer 6 bis 8 Wochen im Jahr kommt, braucht jemanden vor Ort.

Internet. Glasfaser in den Ortskernen von Montalcino und San Quirico (50-100 Mbit). Auf dem Land, 3 bis 8 km von den Orten: 10 bis 30 Mbit (FTTC oder LTE). In Radicofani und abgelegenen Poderi kann die Verbindung schwach sein. Für Remote-Arbeit: vor dem Kauf die Abdeckung an der konkreten Adresse prüfen.

Thermalquellen. Die Val d’Orcia hat drei Thermalbäder: Bagno Vignoni (das bekannteste, mittelalterliches Becken auf dem Dorfplatz), San Filippo (natürliche Kalkstein-Kaskaden, frei zugänglich) und Bagni San Filippo (privates Thermalbad). Für Käufer die Wellness schätzen: die Thermalquellen sind ein Alleinstellungsmerkmal der Zone. Kein anderes toskanisches Immobiliengebiet hat diese Dichte an Thermalwasser.

Gesundheitsversorgung. Bereitschaftsarzt in jeder Gemeinde. Nächstes Krankenhaus: Montepulciano (15-35 Min. je nach Gemeinde) oder Siena Le Scotte (45-70 Min.). Die Notfallversorgung funktioniert, Wartezeiten für Fachärzte sind lang. Viele Käufer behalten ihren Arzt in Deutschland und kommen für Routineuntersuchungen nach Hause.

Wenn man nicht da ist. Die meisten Käufer nutzen das Haus 6 bis 10 Wochen im Jahr. Garten, Pool, Lüften, Heizung kontrollieren: ein Hausmeister kostet 300 bis 600 Euro im Monat. Manche vermieten in der Abwesenheit, andere nicht. Die Entscheidung beeinflusst die Steuersituation. Dazu der Vermietungs-Guide.

Immobilientypen und Preisspannen

Immobilientypen in der Val d'Orcia (2026)
TypPreisspanneFläche / LandTypische Lage
Casale (renoviert)1,2-2,5 Mio. € (5.000-7.500 EUR/m²)200-400 m²Pienza, Montalcino, Panoramalagen
Casale (unrenoviert)300-700k €500-800 m²Alle Gemeinden, besonders Castiglione und Radicofani
Podere500k-1,5 Mio. €2-5 ha LandStreulage zwischen den Orten
Agriturismo1-3 Mio. €5-15 ha LandMontalcino, San Quirico, Castiglione
Tenuta mit Weinberg2-5 Mio. €+10-40 ha LandMontalcino (Brunello DOCG), Pienza-Süd

Agriturismi sind eine eigene Kategorie. Wer ein laufendes Agriturismo kauft, kauft ein Geschäft: Buchungshistorie, Bewertungen, bestehende Gästeströme. Die Lizenz (SCIA agrituristica) ist an die landwirtschaftliche Nutzung gebunden. Die Ertragsbasis liegt bei 80.000 bis 200.000 EUR Brutto-Umsatz pro Jahr für ein 6-Apartment-Agriturismo, bei 50 bis 70 % Saisonauslastung. Mehr dazu im Agriturismo-Guide.

Referenztransaktionen

Drei Beispiele aus den letzten 18 Monaten, die den Markt illustrieren:

Casale bei Pienza, renoviert, 280 m², 1,5 ha, Panoramablick. Inseriert für 1.950.000 Euro, verkauft für 1.720.000 Euro. Nachlass 12 %. Käufer aus München, Zweitwohnsitz. 6.143 EUR/m².

Podere bei Castiglione d’Orcia, teilrenoviert, 450 m², 3 ha. Inseriert für 780.000 Euro, verkauft für 650.000 Euro. Nachlass 17 %. Schweizer Käufer. 1.444 EUR/m².

Agriturismo bei Montalcino, 6 Apartments, 8 ha davon 2 ha Brunello-Weinberg. Inseriert für 2.800.000 Euro, verkauft für 2.450.000 Euro. Nachlass 12,5 %. Käuferkonsortium aus Mailand.

Die Verhandlungsspielräume in der Val d’Orcia liegen bei 10 bis 18 %, vergleichbar mit dem Chianti. Objekte die über 12 Monate am Markt stehen, gehen mit 20 bis 25 % Abschlag weg. Welche Objekte aktuell verfügbar sind, sehen Sie auf meiner Immobilienseite.

Was den Preis hebt, was ihn drückt

Drei Faktoren heben den Preis um 10 bis 30 %:

  1. Panoramablick auf Crete Senesi oder Monte Amiata. In der Val d’Orcia ist die Sicht das Produkt. Ein Casale mit 270-Grad-Panorama kostet 15 bis 25 % mehr als ein vergleichbares Casale mit eingeschränkter Sicht.
  2. Fußläufige Distanz zu Pienza oder Montalcino. 10 Minuten zu Fuß im Ort bedeuten 10 bis 20 % Aufschlag gegenüber 15 Minuten Autofahrt.
  3. Fertig restauriert mit Pool und Energieklasse B oder besser. Deutschsprachige Käufer wollen keine Baustelle. In 7 von 10 Fällen sehe ich, dass der Aufschlag bezahlt wird.

Drei Faktoren drücken den Preis um 8 bis 20 %:

  1. Zufahrt über Schotterstraße (Strada Bianca). In der Val d’Orcia häufiger als im Chianti. Abschlag 8 bis 15 %.
  2. Kein Wasseranschluss am öffentlichen Netz. Brunnen oder Zisterne statt Acquedotto. Betrifft einzelne Poderi in Castiglione und Radicofani. Abschlag 10 bis 20 %.
  3. Abstand zum nächsten Ort über 20 Minuten Autofahrt. In Radicofani und im Süden von Castiglione d’Orcia liegen Casali 25 bis 35 Minuten vom nächsten Lebensmittelladen entfernt.

Saisonale Muster

Februar bis April: Neue Objekte kommen auf den Markt. März hat die höchste Dichte.

April bis Juni: Erste Besichtigungswelle. Die Landschaft ist grün, die Mohnblüte in der Val d’Orcia (April/Mai) ist ein emotionaler Trigger. Viele Käufer verlieben sich in die Gegend während dieser Phase.

Juli, August: Kaufentscheidungen. Käufer verbringen den Urlaub in der Region und entscheiden sich. Vorverträge (ital. Compromesso) häufen sich im Juli und August.

September, Oktober: Zweite Besichtigungswelle. Goldenes Licht, Weinlese in Montalcino, die Dörfer leben. Ich empfehle Besichtigungen in diesen Monaten, weil Käufer die Val d’Orcia so sehen wie sie tatsächlich ist.

November bis Februar: Ruhephase. Weniger Konkurrenz, bessere Verhandlungsposition. Der Nachlass liegt 3 bis 5 Prozentpunkte über dem Jahresdurchschnitt. Ich empfehle mindestens eine Winterbesichtigung: bei 2 Grad sieht man das Haus ohne Sommerfilter. Die Heizung wird getestet, die Zufahrt bei Regen überprüft.

Ein konkretes Beispiel: Eine Schweizer Käuferin kontaktierte mich im Februar, besichtigte im April drei Casali bei Pienza und zwei in Castiglione, verbrachte den August in einem gemieteten Agriturismo bei San Quirico, und gab im Dezember ein Angebot ab. Der Verkäufer hatte seit Mai kein Angebot erhalten. Der Nachlass lag bei 15 %. Der Notartermin war im März. Vom ersten Kontakt bis zum Schlüssel: 13 Monate.

Die beste Strategie: im Frühling die Auswahl treffen, im Sommer die Gegend erleben, im Herbst oder Winter verhandeln. Schreiben Sie mir.

Der UNESCO-Effekt auf die Preise

Der UNESCO-Schutz verhindert Neubau. Jedes Bauprojekt durchläuft die Soprintendenza (Denkmalschutzbehörde), neue Gebäude werden in der Regel nicht genehmigt. Das begrenzt das Angebot auf bestehende Gebäude. Gleichzeitig renovieren weniger Eigentümer, weil der Genehmigungsprozess (60 bis 120 Tage, manchmal länger) abschreckt. Das Ergebnis: das Angebot an bewohnbaren Häusern schrumpft langsam, die Nachfrage steigt.

Die Preisstabilität ist messbar. Die Val d’Orcia hat in den letzten 10 Jahren weniger Volatilität gezeigt als vergleichbare Zonen ohne UNESCO-Schutz. Für Käufer die langfristig denken: der Blick vom Casale auf die Zypressen-Allee wird in 20 Jahren derselbe sein. Kein Nachbar baut ein dreigeschossiges Haus auf das Nachbargrundstück. Das ist Baurecht.

Was das konkret bei Renovierungen bedeutet: die Soprintendenza entscheidet bei Außenveränderungen mit. Fassade, Dach, Fenster, Pool, Zufahrt brauchen Genehmigung. Sichtbare Solaranlagen auf dem Dach: meistens nein. Fassadenfarbe außerhalb der zugelassenen Palette: nein. Innenrenovierungen sind freier, aber strukturelle Eingriffe brauchen eine CILA oder SCIA beim Gemeinde.

Die Kaufnebenkosten bleiben vom UNESCO-Status unberührt: 9 % Registersteuer auf den Katasterwert bei Zweitwohnsitz, 2 % bei Erstwohnsitz (Prima Casa), plus Notar und Makler. Was sich unterscheidet: die Due-Diligence-Kosten, weil der Geometra (Vermessungsingenieur) die Soprintendenza-Kompatibilität prüfen muss. Das kostet 1.000 bis 3.000 EUR mehr als in Zonen ohne Vincolo. Mehr zum gesamten Kaufprozess im Kauf-Guide für Italien.

FAQ: 8 Fragen zum Kauf in der Val d’Orcia

Ist die Val d’Orcia günstiger als das Chianti? Ja, 20 bis 40 % günstiger im Durchschnitt. Ein renoviertes Casale mit Pool liegt bei 1,2 bis 2,5 Millionen Euro, im Chianti bei 1,5 bis 3,5 Millionen. Der Unterschied schrumpft bei Premium-Lagen wie Pienza oder Bagno Vignoni.

Kann ich als Ausländer hier kaufen? Ja. EU-Bürger kaufen ohne Einschränkungen. Schweizer über die Gegenseitigkeitsklausel (in der Praxis kein Problem). US- und UK-Käufer ebenfalls. Kein Visum, kein Investorennachweis. Mehr im Kauf-Guide für Italien.

Wie lange dauert der Kaufprozess? Vom ersten Angebot bis zum Notartermin (ital. Rogito) 3 bis 6 Monate. Die Due-Diligence-Phase ist in der Val d’Orcia manchmal länger als anderswo, weil die Soprintendenza bei Genehmigungsfragen eingebunden wird.

Darf ich ein Casale frei renovieren? Eingeschränkt. Innenrenovierungen sind freier. Außenarbeiten (Dach, Fassade, Fenster, Pool, Zufahrt) brauchen Genehmigung der Soprintendenza. Solaranlagen auf dem Dach werden in der Regel abgelehnt, bodennahe Anlagen im Garten manchmal genehmigt. Mehr im Renovierungs-Guide.

Was kostet die Renovierung eines Casale? 1.500 bis 2.500 EUR/m² je nach Zustand und Standard. Ein 500 m² Casale für 400.000 EUR erfordert 750.000 bis 1.250.000 EUR Renovierungskosten. Gesamt: 1,15 bis 1,65 Millionen. Handwerker sind 12 bis 18 Monate im Voraus ausgebucht.

Welcher Ort passt zu mir? Montalcino für Wein und internationale Bekanntheit. Pienza für Fußläufigkeit und kulturelles Angebot. Bagno Vignoni für Thermalquellen (extrem begrenztes Angebot). Castiglione und Radicofani für die günstigsten Einstiegspreise. Was zu Ihrem Profil passt, bespreche ich am besten direkt. Schreiben Sie mir.

Wann ist die beste Zeit zum Kaufen? Im Frühling (März bis Mai) kommt das breiteste Angebot. September und Oktober sind die beste Zeit, die Region kennenzulernen (Mohnblüte im Frühling, Vendemmia im Herbst). November bis Februar bieten die stärkste Verhandlungsposition.

Lohnt sich Vermietung in der Val d’Orcia? Ein 6-Apartment-Agriturismo bringt 80.000 bis 200.000 EUR Brutto pro Jahr bei 50 bis 70 % Saisonauslastung. Tagesraten für Ferienwohnungen: 150 bis 350 EUR in der Hauptsaison (April bis Oktober). Ohne Agriturismo-Lizenz ist Kurzzeitvermietung an die CIN-Registrierung gebunden. Die Pauschalsteuer (Cedolare secca, 21 %) ist meist günstiger als die progressive IRPEF. Mehr im Vermietungs-Guide.


Andrej Avi ist Immobilienmakler in der Toskana und begleitet Käufer aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum vom ersten Telefonat bis zum Notartermin. Kaufbegleitung anfragen · Aktuelle Immobilien · Über Andrej Avi

Stand: Mai 2026. Alle Angaben basieren auf geltendem italienischem Recht und aktuellen Marktdaten. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Andrej Avi

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