Wer eine Stadtwohnung in der Toskana kauft, bekommt historische Bausubstanz mit Auflagen, die sich grundlegend von deutschen Renovierungsregeln unterscheiden: Fassade, Fenster und Außenfarben liegen in Florenz unter dem Zugriff der Denkmalschutzbehörde, selbst dann, wenn das konkrete Gebäude keinen gesonderten Schutzstatus hat.
Warum eine Stadtwohnung in der Toskana?
Der stärkste Grund ist die Infrastruktur: Ärzte, Geschäfte, Restaurants und öffentlicher Nahverkehr in Gehweite. Ein Casale im Chianti braucht für jeden Alltagsweg ein Auto, eine Wohnung in Florenz oder Lucca nicht.
Dazu kommt die Vermietbarkeit. Stadtwohnungen haben ganzjährige Nachfrage, über Weihnachten, Ostern und an Wochenenden. Ein Landhaus steht von November bis März leer; eine Wohnung in Florenz lässt sich das ganze Jahr belegen.
Der Unterhalt ist geringer als beim Landhaus. Kein Pool, kein Garten, keine Zufahrtsstraße, kein Olivenhain. Die Condominio-Gebühren (1.500-4.000 EUR/Jahr) decken Treppenhaus, Fassade und Gemeinschaftsflächen ab.
Der Nachteil: weniger Privatsphäre, Parkplatz oft außerhalb, Renovierungsauflagen in historischen Zentren. Für das Frühstück mit Blick auf Zypressen braucht es ein Landhaus.
Für deutschsprachige Käufer als Zweitwohnsitz gibt es einen praktischen Vorteil: Stadtwohnungen lassen sich auch bei kurzen Aufenthalten sinnvoll nutzen – langen Wochenenden, vier bis fünf Tagen. Die Anreise per Flieger oder Zug führt direkt ins Zentrum, ohne Mietauto und halben Tag Extraweg.
Wohnungstypen in toskanischen Städten
Das Piano Nobile im ersten Obergeschoss ist historisch das Hauptgeschoss des Palazzo. Es hat hohe Decken von 3,50 bis 4,50 Metern, Stuckdecken, gelegentlich Fresken und den höchsten Quadratmeterpreis im Gebäude.
Die Mansarda im Dachgeschoss ist oft mit Terrasse oder Altana (Dachterrasse) verbunden. Die Decken sind niedriger, teils mit Schrägen. In Florenz ist die Mansarda wegen Domblick besonders gefragt und liegt trotzdem spürbar unter dem Piano-Nobile-Preis.
Erdgeschosswohnungen (Piano Terra) dienten früher als Werkstatt oder Lager und sind heute oft umgebaut. Gartenzugang ist möglich. Weniger Licht und erhöhtes Feuchtigkeitsrisiko bei unsanierten Gebäuden drücken den Preis deutlich unter die Obergeschosse.
Das Attico im obersten Geschoss hat oft eine große Terrasse und erreicht die höchsten Quadratmeterpreise. In historischen Gebäuden ist es häufig nachträglich ausgebaut; die Aufzugfrage ist vorher zu klären.
Loft-Wohnungen aus ehemaligen Lagerhäusern oder Werkstätten findet man vereinzelt in Florenz (Oltrarno, San Lorenzo) und Lucca. Sie bieten moderne Grundrisse in historischer Hülle.
Preise nach Stadt
Die Quadratmeterpreise variieren stark je nach Lage innerhalb der Stadt, Etage und Zustand.
Florenz
Im Zentrum der UNESCO-Zone kosten sanierte Wohnungen 5.000-8.000 EUR/m². Oltrarno und San Frediano liegen bei 4.500-6.500 EUR/m². Außerhalb der Stadtmauern, in Campo di Marte oder Isolotto, beginnen die Preise bei 3.000-4.500 EUR/m².
Eine 100 m² Wohnung im historischen Zentrum kostet zwischen 500.000 und 800.000 EUR. Penthouse-Wohnungen mit Domblick erreichen 10.000 EUR/m² und mehr. Wer auch Villen und die Höhenlagen über der Stadt vergleichen will, findet die Details unter Immobilien in Florenz und Fiesole.
Oltrarno (Santo Spirito, San Frediano) hat Handwerksbetriebe, lokale Restaurants und weniger Tourismus als nördlich des Arno. Santa Croce ist lebendig und zentral, aber lauter. San Niccolò liegt ruhig am Hang, zehn Minuten zu Fuß zum Ponte Vecchio. Campo di Marte ist das Alltagsviertel mit Schulen, Supermärkten, Parkplätzen und dem Bahnhof in zehn Minuten.
Das gesamte historische Zentrum ist eine Verkehrsbeschränkungszone (ZTL). Zufahrt ist nur mit Genehmigung möglich, die an die Residenz gebunden ist. Wer dort gemeldet ist, bekommt die ZTL-Genehmigung; Besucher und Lieferanten brauchen eine tageweise Freischaltung. In der Praxis funktioniert Florenz zu Fuß, per Rad oder per Tram.
Lucca
Innerhalb der Stadtmauer liegt der Preis bei 2.800-4.500 EUR/m². Lucca ist deutlich günstiger als Florenz bei vergleichbarer Lebensqualität. Eine 120 m² Wohnung in einem Palazzo kostet zwischen 350.000 und 550.000 EUR.
Lucca hat gegenüber Florenz zwei Vorteile: weniger Tourismusdruck und die Stadtmauer als natürliche Grenze. Innerhalb der Mauer ist alles zu Fuß erreichbar; die Mauer selbst ist ein vier Kilometer langer Park. Parkplätze liegen außerhalb der Mauern und kosten 50-100 EUR/Monat als Anwohner-Abo. Pisa-Flughafen: 30 Minuten. Versilia-Küste (Viareggio, Forte dei Marmi): 20 Minuten.
Siena
Im Zentrum kostet es 3.000-5.000 EUR/m². Siena hat weniger internationale Nachfrage als Florenz, was die Preise moderater hält. Die Contrade-Struktur (17 Stadtviertel mit eigener Identität und Gemeinschaftsleben) sorgt für intakte Nachbarschaften; wer in einer Contrada wohnt, gehört dazu.
Siena ist kompakter als Florenz: 15 Minuten zu Fuß von einem Ende zum anderen. Die Universität sorgt für ein lebendiges Zentrum abseits des Tourismus. Der Bahnhof liegt außerhalb des Zentrums (Bus oder 20 Minuten Fußweg), der nächste internationale Flughafen ist Florenz (75 Minuten) oder Pisa (2 Stunden).
Weitere Städte
Arezzo liegt bei 1.500-2.500 EUR/m², mit direktem Bahnanschluss nach Florenz (80 Min.) und Rom (90 Min.) sowie einem lebendigen Zentrum und monatlichem Antikmarkt.
Cortona kostet 2.000-3.500 EUR/m². Die Stadt liegt auf einem Hügel mit Blick über die Valdichiana bis zum Trasimeno-See; die nächste Infrastruktur liegt im Tal (Camucia, 5 Min. mit dem Auto).
Pienza liegt bei 2.500-4.000 EUR/m², hat 2.100 Einwohner, ist UNESCO-geschützt und bietet extrem begrenztes Angebot. Was auf den Markt kommt, geht schnell weg.
Volterra kostet 1.800-3.000 EUR/m². Etruskische Geschichte, Alabaster-Handwerk, weniger Tourismus als San Gimignano, gute Anbindung nach Pisa (60 Min.) und Florenz (80 Min.).
Denkmalschutz und Auflagen
Die meisten Stadtwohnungen in toskanischen Zentren liegen in der Zone A (Centro Storico) des kommunalen Bebauungsplans. Fassadenänderungen sind genehmigungspflichtig und oft untersagt. Fenstergrößen, Fensterläden und Außenfarben unterliegen kommunalen Vorgaben; in Florenz ist zusätzlich die Denkmalschutzbehörde (Soprintendenza) zuständig.
Innenrenovierungen sind in der Regel frei, solange keine tragenden Wände betroffen sind. Für Grundrissänderungen brauchen Sie eine CILA (Comunicazione Inizio Lavori Asseverata) oder SCIA (Segnalazione Certificata di Inizio Attività), je nach Umfang.
Ein Aufzug-Einbau in historischen Gebäuden ist möglich, aber aufwendig. Kosten: 40.000-80.000 EUR, Genehmigung dauert 3-6 Monate.
Ein häufiges Problem ist die Discordanza Catastale: Der Grundriss im Kataster stimmt nicht mit der tatsächlichen Wohnung überein, weil vergangene Umbauten nie gemeldet wurden. Das muss vor dem Verkauf bereinigt werden; die Kosten (Geometra plus Catasto-Aktualisierung) trägt üblicherweise der Verkäufer.
Die Wohnung muss außerdem den genehmigten Bauplänen entsprechen (Conformità Urbanistica). Abweichungen müssen vor dem Notartermin bereinigt werden. In historischen Gebäuden ist das komplex und zeitintensiv; es lohnt sich, das früh zu klären.
Renovierung einer Stadtwohnung
Renovierungskosten hängen vom Umfang ab:
| Maßnahme | Kosten/m² | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| Kosmetisch (Streichen, Böden, Bad) | 400-800 EUR | 4-8 Wochen |
| Teilsanierung (Elektrik, Heizung, Bad/Küche) | 800-1.500 EUR | 2-4 Monate |
| Kernsanierung (Grundriss, alle Leitungen, Böden, Fenster) | 1.500-2.500 EUR | 4-8 Monate |
In der Zone A kommen Genehmigungskosten hinzu: CILA (ca. 1.500 EUR Techniker-Honorar) oder SCIA (ca. 2.500-4.000 EUR). Bei denkmalgeschützten Gebäuden (Vincolo) ist die Soprintendenza einzubeziehen, Bearbeitungszeit 2-4 Monate zusätzlich.
Den Geometra oder Architekten sollte man vor dem Kauf schicken, nicht danach. Ein Vorab-Gutachten kostet 500-1.000 EUR und gibt Klarheit über den baulichen Zustand, bevor eine Anzahlung fließt. In meinen Mandaten koordiniere ich diesen Termin vor dem Kaufangebot.
Condominio: Eigentümergemeinschaft auf Italienisch
Jede Wohnung in einem Mehrfamilienhaus ist Teil eines Condominio. Das ist das Pendant zur deutschen Eigentümergemeinschaft, aber mit eigenen Regeln.
Der Amministratore (Verwalter) ist ab 9 Eigentümern Pflicht. Er verwaltet Gemeinschaftsflächen, Heizung, Treppenhaus und Fassade. Die jährlichen Condominio-Gebühren liegen typischerweise bei 1.500-4.000 EUR, je nach Gebäudegröße und Leistungen.
Vor dem Kauf sind die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen (Verbali) zu lesen. Geplante Sonderumlagen, zum Beispiel für eine Fassadensanierung oder Dacharbeiten, können 10.000-30.000 EUR pro Einheit betragen. Laufende Rechtsstreitigkeiten des Condominio sollte man ebenfalls abfragen.
Gesetzlich haftet der Käufer solidarisch für die Condominio-Schulden des laufenden und des vorangegangenen Geschäftsjahres. Hat der Verkäufer Rückstände, gehen diese auf den Käufer über. Lassen Sie sich vom Amministratore vor dem Kaufangebot eine Bescheinigung über den aktuellen Zahlungsstand des Verkäufers ausstellen.
Die Millesimale Tabellen (Tabelle Millesimali) bestimmen, welchen Anteil jeder Eigentümer an den Gemeinschaftskosten trägt. Eine Wohnung im Erdgeschoss zahlt weniger für den Aufzug, aber gleich viel für das Dach. Eine Änderung dieser Tabellen braucht Mehrheitsbeschluss.
Parkplatz und Garage
Parkplätze in toskanischen Innenstädten sind ein separates Thema. Die meisten historischen Zentren sind ZTL-Zonen; ohne die wohnsitzgebundene Genehmigung bleibt das Auto außerhalb.
Eine Garage im Gebäude selbst ist selten in historischen Palazzi; wenn vorhanden, ist sie mit einem deutlichen Aufpreis verbunden (30.000-80.000 EUR). Kommunale Stellplätze mit Anwohner-Abo (Parcheggio convenzionato) kosten in Florenz 100-200 EUR/Monat, in Lucca 50-100 EUR/Monat. Eine private Garage außerhalb des Zentrums ist kaufbar: 25.000-60.000 EUR in Florenz, 15.000-30.000 EUR in kleineren Städten.
Ohne Garage ist der Alltag in Florenz gut machbar. Das Stadtzentrum ist kompakt, der Bahnanschluss ist gut. Für Lucca und Siena gilt dasselbe.
Kaufprozess für Stadtwohnungen
Der Ablauf ist identisch zum Hauskauf: Kaufangebot (Proposta d’Acquisto), Vorvertrag (Compromesso) mit Anzahlung (Caparra, in der Regel rund 10%), Notartermin (Rogito).
Besonderheiten bei Wohnungen: Die Teilungserklärung (Regolamento di Condominio) ist vor dem Kaufangebot zu lesen. Sie regelt, was in der Wohnung erlaubt ist: Kurzzeitvermietung, gewerbliche Nutzung, Haustiere, Umbauten. Manche Teilungserklärungen verbieten die Kurzzeitvermietung ausdrücklich, was einen erheblichen Unterschied für die Nutzungsplanung macht.
Die Millesimale Tabellen bestimmen den Anteil an Gemeinschaftskosten (siehe Abschnitt Condominio) und können bei der Kaufentscheidung den Unterschied zwischen einer günstigen und einer teuren Wohnung im selben Gebäude ausmachen.
Den Catasto-Grundriss mit dem tatsächlichen Grundriss abzugleichen ist Pflicht vor dem Notartermin. In historischen Gebäuden stimmt das fast nie beim ersten Mal; die Bereinigung durch einen Geometra kostet 800-2.000 EUR.
Der Energieausweis (APE) ist bei jedem Verkauf Pflicht. Die meisten Wohnungen in historischen Zentren haben Klasse F oder G. Nach einer Sanierung (Fenster, Dämmung, Heizung) ist Klasse C oder D erreichbar. Eine vollständige Sanierung auf Klasse A ist in denkmalgeschützten Gebäuden selten möglich, weil die Fassade nicht verändert werden darf.
Zeitrahmen vom Kaufangebot bis Rogito: 60-90 Tage. Bei Finanzierung: 90-120 Tage. Zum vollständigen Kaufprozess.
Nebenkosten
| Posten | Privatverkauf | Vom Bauträger |
|---|---|---|
| Registersteuer | 9% (Zweitwohnsitz) oder 2% (Erstwohnsitz) | 200 EUR fix |
| MwSt (IVA) | keine | 10% (Wohnimmobilie) oder 22% (Luxus, Cat. A/1) |
| Hypothekensteuer | 50 EUR | 200 EUR |
| Katastersteuer | 50 EUR | 200 EUR |
| Notar | 1-2,5% des Kaufpreises | 1-2,5% |
| Makler | 4% zzgl. MwSt (IVA) | 4% zzgl. MwSt (IVA) |
Steuerbasis beim Privatverkauf: Katasterwert (Rendita Catastale × Koeffizient), nicht Kaufpreis. Das kann bei älteren Gebäuden deutlich günstiger sein.
Vermietung: Kurz- vs. Langzeitvermietung
Stadtwohnungen in der Toskana haben einen Vorteil gegenüber Landhäusern: ganzjährige Vermietbarkeit. Florenz und Lucca haben auch im Winter Touristen. Ein Casale im Chianti steht von November bis März leer.
Kurzzeitvermietung
Seit 2025 ist die CIN-Registrierung (Codice Identificativo Nazionale) bei der Tourismusbehörde Pflicht. Ohne CIN-Nummer darf nicht vermietet werden. Die Besteuerung läuft über die Pauschalsteuer (Cedolare Secca): 21% auf das erste Objekt, 26% ab dem zweiten. Plattformen: Airbnb, Booking.com, Vrbo. Die vollständigen Melde- und Sicherheitspflichten stehen in der Regulierung der Kurzzeitvermietung in der Toskana.
Neue Kurzzeitvermietungs-Lizenzen im historischen Zentrum von Florenz (UNESCO-Zone) sind seit 2024 stark eingeschränkt. Bestehende Lizenzen sind übertragbar und haben dadurch einen eigenen Marktwert. Den Lizenzstatus ist vor dem Kaufangebot zu prüfen; zwischen Inserat und tatsächlichem Lizenzstatus liegt hier oft eine Lücke. In meinen Mandaten lasse ich mir den Status schriftlich vom Verkäufer und der Gemeinde bestätigen.
Eine sanierte 80 m² Wohnung im Oltrarno mit bestehender Lizenz kann bei guter Auslastung eine ordentliche Rendite nach Steuern abwerfen. Das konkrete Ergebnis bestimmen Nachtpreis, Auslastung, Kaufpreis und Management; eine Vorab-Kalkulation für das konkrete Objekt macht Sinn.
Langzeitvermietung
Pauschalsteuer 21%. Mietvertrag mindestens 4+4 Jahre (Contratto a Canone Libero) oder 3+2 Jahre (Canone Concordato, mit zusätzlichem Steuervorteil und reduzierter IMU). Langzeitvermietung wirft in der Regel niedrigere Renditen ab als Kurzzeitvermietung, dafür weniger Aufwand und keine Lizenz-Problematik.
Der Mieterschutz in Italien ist stark. Ein Langzeitmieter kann nicht einfach gekündigt werden. Wer die Wohnung nach vier Jahren selbst nutzen will, muss das als Eigenbedarfskündigung rechtzeitig ankündigen. Viele internationale Eigentümer vermieten deshalb kurzfristig, um die Flexibilität zu behalten.
Worauf bei der Besichtigung achten
Feuchtigkeit ist das häufigste Problem bei Erdgeschosswohnungen in historischen Gebäuden. Im Sommer ist sie nicht sichtbar, im Winter zeigt sie sich an den Wänden. Ein Geometra kann mit einem Feuchtigkeitsmessgerät in 30 Minuten ein klares Bild liefern.
Viele ältere Wohnungen in Florenz und Lucca haben eine Zentralheizung (Riscaldamento centralizzato) über das Condominio. Kein eigener Heizkessel, aber die Heizzeiten bestimmt das Condominio. In manchen Gebäuden läuft die Heizung nur von November bis März, morgens und abends. Das Heizungsreglement ist vor dem Kauf abzufragen.
Historische Gebäude haben keine Schallisolierung zwischen den Wohnungen. Steinwände sind dick, aber Holzbalkendecken leiten Trittschall. Besichtigungen sollten morgens und abends stattfinden, nicht nur nachmittags. Restaurants und Bars in der Nachbarschaft bedeuten Lärm bis Mitternacht.
In Gebäuden vor 1950 gibt es oft keinen Aufzug. Wer eine Wohnung im dritten oder vierten Stock besichtigt, sollte das für alle Lebensphasen durchdenken. Ein nachträglicher Aufzug-Einbau kostet 40.000-80.000 EUR und braucht die Zustimmung des Condominio.
Bei einer Dachgeschosswohnung lohnt die Frage, wann das Dach zuletzt saniert wurde. Die Kosten einer Dachsanierung werden auf alle Eigentümer umgelegt. Bei einem Palazzo mit 8 Einheiten liegen die Gesamtkosten bei 80.000-150.000 EUR, der Anteil pro Einheit bei 10.000-20.000 EUR.
Häufige Fragen
Was kostet eine Stadtwohnung in Florenz?
Sanierte Wohnungen im historischen Zentrum kosten 500.000-800.000 EUR für 80-120 m². Außerhalb der Stadtmauern beginnen die Preise bei rund 250.000 EUR. An der Spitze, bei Dachgeschosswohnungen mit Domblick, werden 10.000 EUR/m² und mehr aufgerufen.
Was kostet eine Wohnung in Lucca im Vergleich zu Florenz?
Innerhalb der Stadtmauer liegt Lucca bei 2.800-4.500 EUR/m² und damit deutlich unter Florenz. Eine 120 m² Wohnung in einem Palazzo kostet dort zwischen 350.000 und 550.000 EUR, bei vergleichbarer Lebensqualität und weniger Tourismus.
Brauche ich als internationaler Käufer eine Genehmigung?
Nein. EU-Bürger und Bürger von Staaten mit Reziprozitätsabkommen, darunter die Schweiz und die USA, können ohne Genehmigung kaufen. Erforderlich sind eine italienische Steuernummer (Codice Fiscale) und ein Nachweis der Mittelherkunft.
Wie hoch sind die laufenden Kosten?
Die Condominio-Gebühren liegen bei 1.500-4.000 EUR/Jahr. Dazu kommen die Grundsteuer (IMU, nur beim Zweitwohnsitz) mit 0,46-1,14% des Katasterwerts und die Müllgebühr (TARI) mit 200-600 EUR/Jahr.
Kann ich in Florenz noch kurzvermieten?
Mit einer bestehenden Lizenz ja. Neue Lizenzen für Kurzzeitvermietung im UNESCO-Zentrum sind seit 2024 stark eingeschränkt. Den Lizenzstatus vor dem Kaufangebot prüfen, denn eine übertragbare Lizenz hat einen eigenen Marktwert.
Wie lange dauert der Kauf?
Vom Kaufangebot bis zum Notartermin vergehen 60-90 Tage. Bei komplexen Condominio-Situationen oder einer Finanzierung sind es 90-120 Tage.
Wohnung in Siena oder in Florenz kaufen?
Siena liegt bei 3.000-5.000 EUR/m² und damit unter Florenz. Die Stadt ist kompakter, in 15 Minuten zu Fuß durchquert und durch die Contrade-Struktur sozial dichter. Der Preis dafür ist die Anbindung: kein internationaler Flughafen vor Ort, der Bahnhof außerhalb des Zentrums. Florenz ist teurer und touristischer, aber direkt per Flug und Zug erreichbar. Für Käufer, die überwiegend mit dem Auto anreisen, ist Siena die ruhigere Wahl.
Darf ich eine denkmalgeschützte Wohnung frei renovieren?
Innen in der Regel ja, solange keine tragenden Wände betroffen sind. Die Fassade, Fenster, Fensterläden und Außenfarben unterliegen kommunalen Vorgaben, in Florenz zusätzlich der Denkmalschutzbehörde. Grundrissänderungen brauchen eine Meldung (CILA oder SCIA). Den Denkmalstatus vor dem Kaufangebot zu prüfen lohnt sich, weil er bestimmt, was baulich überhaupt möglich ist.
Ist eine Hypothek für Nicht-Residenten möglich?
Ja. Typisch sind 50-60% Beleihung (LTV) und ein Zinssatz von 3,5-4,5% fix über 20 Jahre (Stand Mai 2026), bei einer Bearbeitungszeit von 4-8 Wochen. Die Bank verlangt übersetzte Einkommensnachweise und eine eigene Bewertung der Wohnung. Mehr zur Finanzierung.
Lohnt sich eine Stadtwohnung als Kapitalanlage?
Das hängt vom Einzelfall ab. Kurzzeitvermietung liegt in der Regel über der Langzeitvermietung; das konkrete Ergebnis bestimmen Lage, Auslastung, Kaufpreis und Management. Im historischen Zentrum zeigt der Wert über die letzten Jahre nach oben. Das häufigste Modell ist die Kombination aus Eigennutzung und Vermietung: sechs Monate selbst nutzen, vier bis fünf Monate vermieten, ein bis zwei Monate leer.
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